Der Bau des Doms erfolgte in mehreren Bauphasen von der Errichtung einer romanischen Kapelle bis zur vorläufig letzten Umgestaltung in den Jahren 2002/03.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Baugeschichte und Umgestaltung des Doms bis zu seinem heutigen Aussehen.

 

Romanische Bauphase

Die erste schriftlich erwähnte Vorgängerkirche des heutigen Domes erscheint in einer Urkunde von 1264 als „Capella Sancti Martini de minori Martin“ (Martinskapelle von Kleinmartinsdorf, heute Eisenstadt). Die Fundamente einer im 12./13. Jahrhundert entstandenen Kirche im Bereich des heutigen Presbyteriums konnten bei Grabungen in den 1950er Jahren nachgewiesen werden.

 

Gotische Bauphasen

Im 13. Jahrhundert folgte ein Chorneubau, 14. Jahrhundert der Anbau der heutigen "Familienkapelle". 1460 wurde unter Johann Siebenhirter mit dem Bau der im Wesentlichen noch bestehenden dreischiffigen, vierjochigen Hallenkirche begonnen.

Die Belagerung der Stadt durch den Ungarnkönig Matthias Corvinus 1488 und der Türkenkrieg 1529 verzögerten die Fertigstellung des Baues. Von ursprünglich zwei geplanten Türmen wurde nur jener im Nordwesten ausgebaut und in seiner jetzigen Form im 16. Jahrhundert vollendet.

Bis zur Abtragung im Jahr 1804 stand im einstigen Friedhof neben der Kirche der gotische, um 1401 erbaute Karner, die sog. Michaelskapelle.

 

Barocke Veränderungen

Im Jahr 1589 zerstörte ein Großbrand das gesamte Kirchendach und in der Folge auch die Gewölbe. Erst im frühen 17. Jahrhundert kam es zum Wiederaufbau in frühbarocken Formen, ab 1622 mit finanzieller Unterstützung von Graf Nikolaus Esterházy. Von der einst reichen gotischen und frühbarocken Einrichtung sind heute nur mehr das Ölberg-Relief aus der Zeit um 1500 und das große Ölbild „Christus vor Kaiphas“ aus dem 17. Jahrhundert erhalten.
Zahlreiche Stiftungen ermöglichten im 18. Jahrhundert eine spätbarocke Ausstattungsphase, aus der noch die Kanzel, die Orgel und die beiden Ölgemälde von Stephan Dorfmeister stammen. Nicht mehr erhalten ist der 1779 angeschaffte barocke Hochaltar.

 

Regotisierung 1903/04

Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es Überlegungen zu einer „Regotisierung“ der Kirche mit dem Ziel einer Rückgewinnung ihres „authentischen“ Aussehens. Bei der 1904 vollendeten Umsetzung dieser Ideen wurden die barocken Altäre entfernt und die bereits 1863 erstmals übertünchte barocke Raumausmalung schwer beschädigt.

Die barocken Rundfenster ersetzte man durch neugotische Maßwerkfenster, als Hochaltar diente nun die barocke Mensa mit dem Tabernakel.

 

Restaurierung und Umgestaltung in den 1950er Jahren

In den Nachkriegsjahren ab 1949 kam es zu einer neuerlichen umfassenden Renovierung und Neugestaltung nach den Plänen der Architektin Marta Reitstätter-Bolldorf. Dazu zählten insbesondere eine Neugestaltung des Altarraumes unter maßgeblicher Beteiligung des Halleiner Bildhauers Jakob Adlhart, der Umbau der alten Sakristei zur Familienkapelle, eine neue Sakristei an der Südseite, ein neuer Vorbau an der Nordfassade und der flache Neubau einer Marienkapelle anstelle der alten Leonhardskapelle.

Heute erinnern an diese Ausstattungsphase die ursprünglich innen beim Triumphbogen aufgestellte Martinsstatue von Jakob Adlhart und die Farbglasfenster von Franz Deéd im Presbyterium bzw. im Langhaus, begonnen 1956 von Margret Bilger.

Alle Renovierungsmaßnahmen zwischen 1949 und 1954 erfolgten unter Bischof Dr. Josef Schoiswohl, zwischen 1954 und 1993 unter Bischof Dr. Stephan László.

 

Maßnahmen nach 1960

Mit der Erhebung der bisherigen Apostolischen Administratur Burgenland zur Diözese im Jahr 1960 wurde die Stadtpfarrkirche nun gleichzeitig auch Dom, also Bischofskirche, was die Neuanschaffung eines Gestühls für das Domkapitel erforderte (1963 ausgeführt von Jakob Adlhart, heute im Vorraum zur Krypta). Im Langhaus setzte Margret Bilger ihren Glasmalereizyklus fort.
Im Zuge der Liturgiereform des Vatikanischen Konzils wurde 1971 der Zelebrationsaltar in den Bereich des Triumphbogens verlegt. Das damals neu entdeckte gotische Fenster an der Nordwand wurde freigelegt und von Franz Deéd künstlerisch gestaltet.

1985 erhielt die Domkirche anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Diözese Eisenstadt ein neues Bronzetor beim Westportal.

 

Liturgische Neugestaltung 2002/2003

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde das Architektenbüro von Andreas Lichtblau und Susanna Wagner mit einer neuerlichen Umgestaltung beauftragt wurde. Die auffälligste Neuerung des äußeren Erscheinungsbildes brachte die südlich an den Dom angebaute neue Sakristei in Form einer kubischen Glaskonstruktion. Die Marienkapelle wurde abgerissen, im Innenraum alle Ausstattungsstücke aus den 1950er Jahren entfernt.

Heute definiert ein warmtoniger Teppich des Architekten Gilbert Bretterbauer mit 150 Farbfeldern den Raum zwischen Tabernakel und Taufbecken neu. Altar, Ambo, Tabernakel und Taufbecken sowie die Sessio für die Zelebranten wurden von der Künstlerin Brigitte Kowanz als lichtdurchlässige Glasobjekte entworfenen. Durch die optische und funktionale Verbindung von Chor und Hauptschiff entstand westlich der eigentlichen Apsis ein ebenbürtiger Raumteil für besondere Anlässe wie Taufen, Trauungen oder Priesterweihen.

 

 

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