Geschätzte festliche Gemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Am heutigen Fronleichnamsfest möchte ich zuerst fragen, in welcher Gegenwart wir leben: Was bestimmt unser Leben? Wie können wir in dieser Zeit unseren Glauben leben? Woher erhalten wir die Kraft, an unserem Glauben festzuhalten? Daher zunächst die Frage:
1) Die Allgegenwart von Algorithmen: Wird unser Leben nicht allzu oft fremdbestimmt?
Ein Algorithmus ist eine Anleitung. Algorithmen geben Schritt für Schritt vor, wie man ein bestimmtes Problem lösen kann.
Vor allen werden heute Algorithmen in der Informatik verwendet und in Form von Programmen dargestellt. Google hat beispielsweise einen sehr effektiven Algorithmus, der entscheidet, welche Webseite in den Suchergebnissen auf welcher Position angezeigt wird.
Somit bestimmen Algorithmen, worüber wir informiert werden: sie filtern gewissermaßen die Informationen nach bestimmten Interessen; dahinter stehen oft kommerzielle Anliegen bzw. ganz bestimmte Interessen derer, die die Algorithmen entwickelt haben. Die Gefahr der Manipulation der Programm-Verwender ist evident. Papst Leo XIV. hat jüngst in seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“ auf diese Gefahr hingewiesen.
Insbesondere die Künstliche Intelligenz, die nicht nur in aller Munde ist, sondern tatsächlich mehr und mehr das Leben von uns allen zu beeinflussen begonnen hat, ‚lebt‘ von diesen Algorithmen. Dass durch diese in der Künstlichen Intelligenz eingesetzten Algorithmen wir alle fremdbestimmt werden können, ist ebenso offenkundig.
(Nebenbei bemerkt: Auch ein Kochrezept ist ein Algorithmus: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Gelingen einer Speise; diese Algorithmen kann man aber ohne Bedenken verwenden – wir Priester verwenden gerne derartige Koch-Algorithmen!)
2) Fronleichnam: Wir tragen ein „Stück Brot“ durch die Stadt!
Kritische Menschen, ja auch manche Katholiken fragen sich, ob diese seit der ersten Fronleichnams-Prozession in Köln vor fast 750 Jahren geübte Andachtsform heute noch passend ist. Ob sie nicht vielmehr in frühere Zeiten gehört, wo die Kirche dadurch in triumphaler Art und Weise ihre Macht dargestellt hat und ihre gesellschaftliche Stellung manifestieren wollte. Ist Fronleichnam vielleicht auch eine Fremdbestimmung, die nicht mehr in unser Leben und in unsere Zeit passt?
Was tun wir heute – versuchen wir, Fronleichnam auszudeuten:
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Den gesamten Wortlaut der Predigt können Sie hier als PDF herunterladen.




